SPÖ Sulz im Weinviertel

  • Facebook icon

Artikel Bezirksblatt

SULZ. Noch hat man die Bahnstrecke von Bad Pirwawarth bis Sulz nicht aufgegeben. Zwar wurde sie im Vorjahr eingestellt, Politiker verschiedener Fraktionen startet aber Rettungsversuche. Die ÖBB Infrastruktur will die Strecke um 632.112 Euro verkaufen. "Wenn sich kein Käufer findet, sind die Schienen in zehn Tagen weggerissen, das wollen wir verhindert", zeigt sich Markus Amon, SPÖ Sulz, kämpferisch. Die Fahrgastzahlen waren zu gering, die Strecke für die ÖBB nicht lukrativ. Daher die Stilllegung. Amon hat einige Vorschläge, zur Wiederbelegung, er setzt unter anderem auf den Güterverkehr: "Wir haben in Sulz einen Bauern, der Stiegl-Bier mit Korn beliefert. Der Transport könnte genausogut über die Bahn abgewickelt werden."Ebenso wäre der Mülltransport zur Hohenruppersdorfer Deponie per Bahn anzudenken, meint Amon. Der Auersthaler Christoph Reiter-Havlicek, ÖVP, kämpft ebenfalls für die Bahnstrecke. "Sie kann nur mit einem umfassenden Rahmenkonzept wiederbelebt werden." Neben Gütertransport müsse der Personentransport besser koordiniert werden. Reiter-Havlicek verweist auf Fallbeispiele in Südtirol und Salzburg, wo man die Fahrgastzahlen mittels solcher Konzepte steigern konnte. Dazu müssten die Fahrtzeiten auf Arbeits- und Schulbeginn sowie Öffnungszeiten von öffentlichen Einrichtungen abgestimmt werden. Beim Treffen des nö. Verkehrsplaners Friedrich Zibuschka mit den Bürgermeistern der Gemeinden an der Bahnstrecke vergangenen Dienstag diskutierte man neue Möglichkeiten, erklärt Bad Pirawarths Bürgermeister Kurt Jantschitsch. "Alles ist möglich - von der Nachnutzung über Neuaufnahme mit touristischem Konzept oder den Verkauf ist alles möglich." Jantischtsch gibt aber zu bedenken, dass das derzeitige Ersatz-Bussystem wirtschaftlicher sei. Die Bahnstrecke Obersdorf - Bad Pirawarth bleibt bis 2019 erhalten. "Dann muss man sich die Zahlen anschauen und eine Entscheidung treffen", sagt der Ortschef.

Ulrike Potmesil